Medienanthropologie: Es wird dringend, die scheiternde Geschichte zu verlassen, und einen Neuanfang zu wagen.

Medium. Medienanthropologie. Natur. Nachhaltigkeit.

Keines dieser Worte ist wahr. Ihre Anwendungen im Alltag zeugen von einer tiefgreifenden Realitätsverweigerung der Mehrzahl der Menschen. Umfelder werden nicht erkannt. Menschen erkennen nur sich selbst. Sie meinen, dass ihre Kommunikation die Welt erschaffen würde.

Folgerichtig werden Kommunikation und Kommunikationsindustrien von Medienwissenschaften erforscht, und Medien als fünfte Gewalt parlamentarischer Ordnungen bestimmt. Zumeist sind Kommunikationsindustrien eher Öffentlichkeitsindustrien, die ihre Strukturbildung in der Vorformung der digitalen Epoche durch den Faschismus erhalten haben.

Was die Welt formt, aus welcher Mensch hervorging, bleibt den Sinnen verschlossen, und der Verstand folgt den Sinnen. Anstelle von sinnhaften Eindrücken entstehen Vorstellungen im Gehirn, die das Denken deformieren.

Einfach gesagt bedeutet dieses: Menschen machen sich etwas vor. Sie täuschen sich über ihre Motive und Entscheidungen.

Ohne Sinneseindrücke wird die Lage noch verzwickter. Dann erzeugt der Verstand Sinnestäuschungen. Umfangreiches Material bieten Nahtod, Gotteserfahrungen und Verkehrsunfälle.

Humanität bedeutet, im Spiegelkabinett zu leben. Immer nur sich selbst sehen und dabei meinen, die Welt zu erkennen. Chemie und Architektur des Gehirns gaukelt Realitäten vor. Laufend werden Geschichten erfunden, die eigenes Handeln begründen. Spiegelneuronen im Gehirn sorgen dafür, dass die engeren Gruppen die Geschichten bestätigen. Das sind Familie, Freunde, Schule, Nation, Sport, Geschlecht, Religion.

Weicht eine Person von einem Gruppenkonsens ab oder ist besonders begabt, wird sie verfolgt, gejagt oder getötet. Begabung kann kleiner Wuchs, eigenwillige Sexualität oder Albino bedeuten, oder ein Savant –Inselbegabung– zu sein, eine Deformation am Körper zu haben, auch die Fähigkeit etwas schnell zu lernen und anzuwenden. Menschen sind nur gut zu Ihresgleichen. Wer Vorstellungen darüber stören, wie die Welt sein muss, wird als Fremdartiger verstoßen.

Im Irrtum gebannt.

Eine kleine Geschichte geht so: Ein Spiegel – nennen wir ihn ‚2001‘– wird lebendig und tritt aus dem Kabinett in die Welt. Dieser Spiegel wundert sich, wie sehr sich die so unterschiedlichen Leute auf der Erde ähneln, wenn sie wuseln und ihren Alltag bewältigen. Als wären alle Menschen aus einer Wurzel. Er sieht die Leute in den Türmen der Finanzen und des Verkaufs, wie sie sich ähneln und über ihre Geschäfte freudig die Hände reiben. Er sieht die anderen, wie sie kaufen und feiern, und jede Realität ausblenden. Er sieht die Armen, wie sie ihr Leben gestalten. In großen Regionen finden Mord und Elend statt, aus dem die Leute zu entkommen suchen.

Als würden diese Menschen, bunt gekleidet, manche bloß und nackt, an einem breiten Strand spazieren. Manche genießen die Idylle, spielen, reden, spaßen. Sie dienen als Konsumenten, daher werden sie gepflegt. Dann treffen die Wellen des Tsunamis ein. Sie gehen unter.

‚2001‘ wird Zeuge einer humanen Denkweise ohne Bewusstsein, die im Wahn lebt, selbst zu denken. Mensch zu sein bedeutet im Drogenrausch das eigene Wohlsein zu denkfühlen. Dabei ist jeder dieser Leute zu Diensten. Sie kennen ihre Dienstgeber kaum, manche delirieren und sprechen über „Höhere Kräfte“.

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